Zurück aus der Inaktivität mit Blick in die Aktivität

Van Offeneblende

Es ging mir mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nicht allein so, aber irgendwie verging die Zeit von Jahresbeginn bis jetzt (September) rasend schnell. Ich beschuldige unter anderem das Corona-Virus für diesen gefühlsmäßigen Zeitverlust. Allerdings muss ich zugeben, dass es nicht einzig und allein an Covid-19 lag, dass ich die ganzen Monate hier und in den (a)sozialen Medien nicht bzw. sehr wenig unterwegs war. Anfang des Jahres wusste ich, dass ich mich endlich melden werde. Im Mai war es dann soweit. Und so bekam ich im Juni meine Ladung. Aber für was?

Hier ist zu beachten, dass von einer sog. Ladung die Rede ist, nicht etwa von einer Einladung. Manchmal wird man beispielsweise von der Polizei oder Staatsanwaltschaft geladen. Das war aber bei mir nicht der Fall. Geladen wurde ich von dem Justizprüfungsamt OLG (Oberlandesgericht) Hamm für das erste juristische Staatsexamen. Dieses beinhaltet sechs schriftliche Klausuren, drei in Zivilrecht, zwei im öffentlichen Recht und eine im Strafrecht.

In diesem Beitrag möchte ich etwas über die Vorbereitung erzählen, wie es mir erging und was nun meine Pläne sind, sowohl für das Jurastudium als auch für meine Projekte @offeneblende, @streetandmoody und welche weiteren Projekte ich mir vorgenommen habe.

A. Sechs Klausuren, à fünf Stunden

Richtig, pro Klausur hatten wir fünf Stunden Zeit gehabt ein rechtliches Gutachten zu bestimmten Fragen zu erstellen. Das mag für den einen oder anderen nach sehr viel Zeit klingen, ist aber in Wahrheit nicht. Zumindest aus meiner Sicht empfand ich die Zeit als relativ kurz. Die ersten eineinhalb Stunden verbrachte ich mit der Sachverhaltsanalyse und der Ausarbeitung einer Gliederung. Manchmal brauchte ich dafür auch zwei Stunden. Ich glaube in der Zeit habe ich nicht einmal meinen Blick von meinen Unterlagen genommen. Oder zumindest nur, um auf die Uhr zu schauen.

Danach ging es an das Ausformulieren der Stichpunkte, die ich in meiner Gliederung notiert hatte. Da wir die Klausur im sog. Gutachtenstil schreiben müssen, dauerte das Schreiben wesentlich länger. Denn im Gegensatz zum Urteilsstil darf ich nicht direkt das Ergebnis vorwegnehmen.

Man hat berechtigterweise viel Schiss vor den Klausuren, weil einfach alles abgefragt werden kann. Zwar weiß man, welches Rechtsgebiet dran kommt, z.B. Zivilrecht. Allerdings umfasst das Zivilrecht folgende (Unter-)Rechtsgebiete:

  • BGB Allgemeiner Teil
  • Schuldrecht Allgemeiner Teil
  • Vertragsrecht (Mietrecht, Reiserecht, Kaufrecht, Werkvertragsrecht und mehr)
  • Deliktsrecht
  • Bereicherungsrecht
  • Schadensrecht
  • Sachenrecht Mobiliar und Immobiliar
  • Zivilprozessrecht
  • Familienrecht
  • Erbrecht
  • Handelsrecht
  • Gesellschaftsrecht
  • Arbeitsrecht

An Prüfungsstoff ist also genug da. Im Nachhinein bin ich zufrieden mit den Klausuren. Ich bin gut durchgekommen mit der Zeit, hatte teilweise in der letzten Stunde so schnell und aus ästhetischer Sicht wahrscheinlich potthässlich geschrieben, aber zumindest (hoffentlich) leserlich. Ich bin froh, dass ich diesen riesigen Meilenstein hinter mich gebracht habe und warte nun auf die Ergebnisse, die ende November erscheinen sollten. Es ist irgendwie ein unbeschreibliches Gefühl, für etwas mehrere Jahre gelernt und geackert zu haben und innerhalb zwei Wochen ist man so gesehen erst Einmal fertig. Erleichtert fühle ich mich auf jeden Fall, da ich optimistisch bin lerne ich aber schon für die weitere Prüfung weiter, die allerdings das Bestehen der schriftlichen Prüfung voraussetzt, nämlich die mündliche Prüfung. Die besteht aus einem Aktenvortrag und einer schönen Fragerunde mit einer Prüfungskommission.

Wie ihr seht, hört es also nicht auf, aber gerade das ist aber für mich spannend. Denn ist dieser Teil geschafft, geht es ins Rechtsreferendariat weiter, worauf ich mich tierisch freue. Dort erlebt man Jura wie es im echten Leben ist, da man sog. Stationen durchläuft. Diese sind bei Gericht, bei der Staatsanwaltschaft, bei einer öffentlich-rechtlichen Behörde und bei einer Anwaltsstation zu durchlaufen. Aber jetzt heißt es erst Mal abwarten und Tee trinken. Und den Weg zurück zur Fotografie zu finden. Denn darum geht es schließlich hier ja auch.

B. Back to the roots

Ich bin nach wie vor von dem Fujifilm System begeistert und bereue den Umstieg von Nikon nicht. Mittlerweile habe ich mir das 35mm f/1.4 Objektiv zulegt und finde es einfach mega. Das Bokeh ist für Portraits einfach traumhaft. Einen Bericht verfasse ich in ein paar Wochen, nachdem ich es bis dahin ausgiebig getestet habe.

Banner-Streetandmoody

Meine Fotografieprojekte werde ich nach wie vor weiter verfolgen. Street and Moody hatte ich anfangs als „Fotografiemagazin“ gestartet, musste jedoch feststellen, dass die Resonanz nicht meinen Erwartungen entsprach, obwohl es immer zahlreiche Downloads gab. Ich denke aber, dass das daran liegt, dass das Projekt noch zu neu war bzw. ist und ich einfach zu hohe Erwartungen hatte. Da aber die Erstellung eines Magazins als Ein-Mann-Einheit sehr viel Zeit in Anspruch nimmt, geschweige denn den ganzen Orga-Aufwand im Hintergrund, werde ich Street and Moody vorerst nur als Repost-Account weiterführen, bis ich damit eine Basis aufgebaut habe, bevor ich wieder ein Magazin erstelle. Wer weiß, vielleicht findet sich bis dahin auch der eine oder die andere, die an dem Projekt mitwirken möchte. Jedenfalls freue ich mich sehr, auch dieses Projekt wieder weiterführen zu können.

Drastische Änderungen folgen aber in Zukunft. So wird dieses Projekt hier (offeneblende) alsbald nur noch auf englischer Sprache weitergeführt. Zudem plane ich eine eigenständige Website für das Projekt Street and Moody. Außerdem möchte ich etwas umsetzen, was ich schon seit langem tun wollte, nämlich meinen eigenen YouTube Kanal erstellen. Und…

C. Und was?

Und zudem habe ich noch ein weiteres Projekt in Sicht und Planung, wofür ich auch bereits im Hintergrund viel erledigt habe. Ich kann leider noch nicht allzu viel darüber erzählen, jedenfalls wird es natürlich einen Bezug zur Fotografie haben und auf deutscher Sprache geführt. Mehr möchte ich jetzt noch nicht verraten.

Ich bin jedenfalls wieder da, bzw. war eigentlich nie weg, bin hochmotiviert, flexibel und teamfähig (weitere Bewerbungsfloskeln gerne in die Kommentare) und freue mich, wieder Zeit für die Fotografie zu haben. Ich danke euch für eure Unterstützung, für eure Erkundungen nach meinem Verbleib während der Inaktivität und für die lieben Glückwünsche. Ich verbleibe damit mit ganz lieben Grüßen und sage bis demnächst. #staysafe

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